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12.01.2020, 21:07 Uhr
Zukunft für die Landwirtschaft: Dialog mit Landwirten, Politik und Wirtschaft
Diskussionsrunde in Rennau am 11. Januar 2020 findet großen Zulauf
Das Hasenwinkelhaus in Rennau war bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz vollends gefüllt, als CDU Kreisvorsitzende Elisabeth Heister-Neumann und Mitgliederbeauftragte Britta Michel am Samstag zur Diskussionsrunde luden.
Diskussionsrunde in Rennau: Carsten Fricke (Bayer AG), CDU-Bundestagsabgeordneter Kees de Vries, CDU-Kreisvorsitzende Elisabeth Heister-Neumann, Tobias Schliephake (Bankhaus Seeliger), Philipp Decker (Landwirt)
Rennau -
Das Hasenwinkelhaus in Rennau war bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz vollends gefüllt, als CDU Kreisvorsitzende Elisabeth Heister-Neumann und Mitgliederbeauftragte Britta Michel am Samstag zur Diskussionsrunde luden. Die Zukunft der Landwirtschaft interessiert Landwirte, Politik und Wirtschaft gleichermaßen und auch Bürgerinnen und Bürger sind betroffen, schließlich geht es nicht ausschließlich um Umweltschutz, sondern darum qualitativ hochwertige Produkte zu günstigen Preisen herstellen zu können. Die dafür erforderliche Arbeit auf den Höfen, mit den Tieren und der Umwelt, erfüllten die Menschen in den landwirtschaftlichen Betrieben tagtäglich mit großer Leidenschaft, so Landwirt Philipp Decker, der den Berufsstand in der Diskussionsrunde vertrat.
 
Der Bundestagsabgeordnete Kees de Vries, welcher Mitglied des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft ist und selber über jahrzentelange Erfahrung als Landwirt verfügt, wurde deutlich: "Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen", sagte er in Anspielung auf den Deutschen Bauernverband, welcher seiner Meinung nach zu spät begonnen hat den Handlungsbedarf festzustellen. Die Forderung nach höheren Standards durch die EU sei seit 2002 bekannt und der CDU sei es zu verdanken, dass nicht schon früher härtere Regeln durchgesetzt wurden. Doch spätestens seit dem vergangenen Jahr sei klar, dass die Politik hier auch auf gesellschaftliche Änderungen reagieren müsse. "Dabei schießen einige der politischen Verantwortungsträger über das Ziel hinaus", so de Vries. Als Bespiel nannte de Vries das nahende Verbot von Glyphosat. Hier gebe es keine wissenschaftliche Entscheidungsgrundlage, sondern eine emotionale Basis, welche Umweltministerin Schulze dazu bewogen hat das Verbot zu entscheiden. Aber de Fries machte den anwesenden Landwirten auch Hoffnung: "Ihre Proteste in Berlin hat jeder Politiker und jede Politikerin wahrgenommen", stellte er fest. Zwar wisse noch nicht jeder, wofür genau die Landwirte auf die Straße gingen, aber auch dafür sei er in den Landkreis Helmstedt gekommen, damit jedem in Berlin klar wird, wo der Schuh drückt.
 
Dass es nicht für alle Probleme unmittelbar eine Lösung gebe, berichtete Carsten Fricke, welcher als Vertriebsberater für Bayer CropScience den Hersteller des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels in der Diskussionsrunde vertrat. "Bayer hat kein Ersatzprodukt in der Schublade. Wir sprechen von Entwicklungszeiten um die 14 Jahre, bis ein Wirkstoff zugelassen werden könne."
 
Im Rahmen der Diskussion wurde von den anwesenden Landwirten Planungssicherheit gefordert. Die Frage sei unter anderem, in welchem Umfang und unter welchen Rahmenbedingungen Landwirtschaft Lebensmittel produzieren und Umweltdienstleistungen erbringen solle. Klar sei, dass für beide Leistungen eine faire Bezahlung erbracht werden müsse.
Letztlich gelte es die Vorteile des Standorts Deutschland zu erhalten. Hier würden im weltweiten Vergleich die sichersten Nahrungsmittel unter höchsten Standards zu niedrigen Preisen produziert. Diesen Spagat könne man zukünftig nur aufrechterhalten, wenn Pflanzenschutz und Klimaschutz als ergänzende Komponenten gewertet würden und die Landwirte und Unternehmen in der Branche innovativ genug sein. Philipp Decker bezeichnete sich selbst als Befürworter einer gesunden Produktion und setze darauf, dass er als Landwirt Visionen entwickeln und umsetzen könne. "Dazu benötigen wir allerdings die Unterstützung der Politik und sinnvolle Rahmenbedingungen", ergänzt der Decker, der als "Landwirt des Jahres 2019" mit dem Ceres-Award ausgezeichnet wurde.
 
De Vries stellte im Rahmen der emotionalen Diskussion klar, welch entscheidende Rolle den Landwirten zuteil wird: "Wir sind zwar nicht die Hauptverantwortlichen für das Problem, aber wir können nun einen Großteil der Lösung beitragen." Um dies gemeinsam zu erreichen, müsse ein gesunder Dialog stattfinden. Diesen Dialog hat die Diskussionsveranstaltung einen guten Schritt voran gebracht.

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